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Digitale Grundlagen & Schlüsselbegriffe
13. Mai 2024

PIM – Definition, Entwicklung, Funktionsweise und Mehrwert

PIM – Definition, Entwicklung, Funktionsweise und Mehrwert

PIM - Product Information Management schafft eine zentrale, strukturierte Datenbasis für Produktinformationen – konsistent über alle Kanäle, skalierbar über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.

Produktdaten sind heute kein Nebenprodukt mehr, sondern ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Technische Daten, Marketingtexte, Bilder, Dokumente, Varianten, Ersatzteile, regulatorische Informationen und Servicehinweise müssen konsistent, aktuell und kanalübergreifend verfügbar sein. Genau hier setzt Product Information Management (PIM) an.

Dieser Beitrag erläutert, was PIM ist, wie sich PIM-Systeme entwickelt haben, wie sie funktionieren und welchen Mehrwert sie bieten – insbesondere im Zusammenspiel mit AIRdBASE, Smart IDs und Digitalen Produktpässen.

1. Definition: Was ist PIM?

Product Information Management (PIM) bezeichnet Systeme und Prozesse zur zentralen Erfassung, Verwaltung, Anreicherung und Verteilung von Produktinformationen über alle Kanäle hinweg.

Ein PIM-System ist die Single Source of Truth für produktbezogene Informationen, unabhängig davon, ob diese später in:

  • Onlineshops
  • Katalogen
  • Datenblättern
  • Marktplätzen
  • Serviceportalen
  • Digitalen Produktpässen

verwendet werden.

Wichtig:
Ein PIM ist keine Datenquelle für Transaktionen (wie ein ERP), sondern eine Plattform für qualitative, strukturierte Produktinformationen.

2. Entwicklung: Von Excel zu zentralen Produktplattformen

Die Entwicklung von PIM-Systemen ist eng mit der steigenden Komplexität von Produkten und Vertriebskanälen verbunden.

Phase 1: Excel & dezentrale Dateien

  • Produktdaten in Tabellen, Word-Dokumenten, PDFs
  • Hoher manueller Aufwand
  • Inkonsistenzen und Medienbrüche

Phase 2: ERP-zentrierte Produktdaten

  • Stammdaten im ERP
  • Fokus auf Logistik und Abrechnung
  • Ungeeignet für Marketing-, Medien- und Serviceinformationen

Phase 3: Dedizierte PIM-Systeme

  • Zentrale Datenhaltung für Produktinformationen
  • Trennung von ERP (Transaktion) und PIM (Information)
  • Multichannel-Ausspielung

Phase 4: Erweiterte Produktplattformen

  • Verknüpfung von PIM mit:
    • Dokumentenmanagement
    • Asset- & Lifecycle-Daten
    • Service- und Wartungsinformationen
    • Digitalen Produktpässen (DPP)

Hier beginnt der Übergang vom klassischen PIM zur lebenszyklusorientierten Produktdatenplattform.

3. Funktionsweise: Wie arbeitet ein PIM-System?

Ein modernes PIM folgt einem klaren Prinzip:

3.1 Zentrale Produktobjekte

  • Jedes Produkt wird als strukturiertes Objekt angelegt
  • Varianten, Versionen und Beziehungen sind explizit modelliert

3.2 Strukturierte Attribute

  • Technische Daten
  • Marketinginformationen
  • Klassifikationen (z. B. ECLASS, GS1)
  • Sprach- und länderspezifische Inhalte

3.3 Medien- & Dokumentenverknüpfung

  • Bilder, Videos, Datenblätter
  • Bedienungsanleitungen
  • Zertifikate und Konformitätsnachweise

3.4 Workflows & Freigaben

  • Rollenbasierte Bearbeitung
  • Prüf- und Freigabeprozesse
  • Versionierung und Historie

3.5 Multichannel-Ausgabe

  • Webshops
  • Marktplätze
  • Print
  • APIs für Drittsysteme
  • Digitale Produktpässe

4. Mehrwert: Warum Unternehmen PIM einsetzen

Der Nutzen eines PIM-Systems ist messbar und operativ relevant.

4.1 Konsistente Produktdaten

  • Einheitliche Informationen über alle Kanäle
  • Reduzierung von Fehlern und Rückfragen

4.2 Schnellere Markteinführung

  • Parallele Pflege von Inhalten
  • Automatisierte Ausspielung

4.3 Skalierbarkeit

  • Neue Produkte, Märkte und Kanäle ohne Datenchaos
  • Beherrschbare Variantenvielfalt

4.4 Compliance & Regulierung

  • Strukturierte Ablage regulatorischer Informationen
  • Grundlage für Digitale Produktpässe (DPP)

4.5 Bessere Zusammenarbeit

  • Marketing, Technik, Service und Vertrieb arbeiten auf derselben Datenbasis

5. PIM und AIRdBASE: Vom Produkt zum digitalen Objekt

AIRdBASE denkt PIM konsequent weiter.

Während klassische PIM-Systeme den Fokus auf Vermarktung und Vertrieb legen, erweitert AIRdBASE den Blick auf den gesamten Lebenszyklus eines Produkts:

  • Entwicklung
  • Verkauf
  • Betrieb
  • Wartung
  • Service
  • Rückbau und Recycling

Zentrale Unterschiede:

  • Produkte sind in AIRdBASE Objekte mit Smart ID
  • Jedes Objekt ist eindeutig identifizierbar (QR-Code)
  • Produktinformationen sind direkt mit:
    • Dokumenten
    • Serviceereignissen
    • Wartungshistorien
    • Kommunikation
      verknüpft

Damit wird aus klassischem PIM eine produktbezogene Plattform, die nicht nur informiert, sondern aktiv genutzt wird – im Kundendienst, in der Instandhaltung und im regulatorischen Kontext.

6. Fazit

PIM ist heute unverzichtbar, um Produktinformationen strukturiert, konsistent und skalierbar zu managen.
Doch die Anforderungen wachsen weiter:

  • Digitale Produktpässe
  • Nachhaltigkeitsnachweise
  • Lifecycle-Transparenz
  • Service- und Betriebsdaten

AIRdBASE verbindet PIM mit Objektmanagement, Smart IDs und Lebenszyklusdaten – und macht aus Produktinformationen nutzbare, vernetzte digitale Produkte.

Kurz gesagt:
PIM verwaltet Produktinformationen.
AIRdBASE macht daraus eine digitale Produktplattform.